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(Blumen auf Kreta)

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Ausflüge mit dem Auto an die Südküste von Kreta - Sougia
Wegbeschreibung (Anfahrt)

Um es gleich vorweg zu nehmen, Sie können von Kaliviani aus (Kissamos, Nordküste) auf vielerlei Wegen nach Sougia gelangen, die alle reizvoll und interessant sind. Der wohl direkteste Weg geht durch Kastelli/Kissamos hindurch und dann rechts in die Berge hinein. Diese Wegbeschreibung ist dieselbe wie zur Tropfsteinhöhle Ag. Sophia, dem alternativen Dorf Milia oder auch die erste Weghälfte nach Paleochora, wo sie jedoch, nachdem Sie die Dörfer Vlatos und Mili (nicht Milia!) durchfahren haben, auf die deutlich angebrachten Hinweisschilder Richtung Sougia achten sollten und diesen dann folgen. In ca. 1¾ Stunden bequemer Fahrt gelangen Sie so nach Sougia. Da sie die größte Teilstrecke aus oben genannten Gründen beim Besuchen anderer Ausflugsziele eventuell schon abgefahren haben, möchte ich Ihnen hier eine neue, sehr interessante Tour vorschlagen, die sie durch sehr viele unterschiedliche Landschaften quer durch Kreta führen wird. Eine wahrer Leckerbissen für Liebhaber von Serpentinen-fahren, denn der Streckenverlauf ist recht kurvig. Wem schnell übel wird, sollte lieber darauf verzichten und die oben genannte Strecke wählen, die etwas weniger kurvig ist. Gut.
Es geht los:
Wir fahren auf der E65 (Nordküsten Nationalstrasse), durchqueren dabei Kastelli/Kissamos und verlassen die E65-Schnellstrasse Abfahrt Platanias. Dort nehmen wir die Strasse in die Berge. Diese ca. 57 km lange Tour führt uns bald durch reizvolle Orangen.- und Zitrusfruchtgärten, (die teilweise noch mit langen alten Begrenzungsmauern umfaßt sind) und wunderschöne traditionelle kretische Dörfer. Die Strasse ist gut ausgebaut, besteht streckenweise sogar aus erneuerten Teilstücken. Alsbald werden wir eine alte, aus starken Holzdielen gezimmerte Brückenkonstruktion überfahren müssen. Keine Angst, es ist noch jeder hinübergekommen. Fahren Sie ganz langsam und genießen Sie den kleinen Nervenkitzel – es hört sich schlimmer an als es ist. Es folgen die Dörfer Alikianos, Skines, Chliaro, LagoWindkrafträder am Omaloss und Nea Roumata.
Je höher wir uns nun in teilweise engen Serpentinen den Berg herauf arbeiten, desto mehr weicht das frische Grün und wird von abgehärteten Gewächsen abgelöst. Die Dörfer stechen daraus hervor wie kleine Oasen. Nachdem wir Prases durchfahren haben (was etwa die halbe Wegstrecke Platanias-Sougia bedeutet), erblicken wir auf einen Seitenarm des Omalos-Gebirges Windkrafträder, die entlang des Gebirgskammes aufgestellt wurden. Das Auge erfasst einen weiten Blick über die gegenüberliegenden Berghänge, die größtenteils felsig-kahl wirken, doch überall verstreut erblickt man kleine Thymiansträucher, die hügelig gewachsen, das ganze Jahr über gegen den Wind an trotzen. Im Frühling leuchtend lila blühend, sind sie im August eher unscheinbar und verstaubt, und machen einen fast leblosen Eindruck.
Kurz vorm Erreichen des Gipfelkammes erwartet uns ein kleines Highlight, denn hier steht am rechten Straßenrand ein uralter Baum mit ausgehöhltem Stamm, in den man einsteigen kann. Durch ein großes verwittertes Astloch schaut man von dort wie durch ein Fenster nach draußen hinaus, so als wenn man selbst der Baum wäre – ein Spaß, nicht nur für Kinder. Wir passieren den Kamm und die Strasse führt uns wieder hinab, nun gesäumt von alten Esskastanienbäumen in frischem Grün, schlank und hoch gewachsene Zypressen und anderen Bäumen. Eine wunderschöne und abwechslungsreiche Vegetation, in der die auf Kreta so zahlreich wachsenden Olivenbäume einmal nicht dominieren. Schlichte Heidekrautbüschel hier und da unterstreichen die wilde Schönheit. Wir durchfahren Seli und Ag. Irini und plötzlich können wir bemerken, dass sich die Landschaft wieder mehr in Richtung steinige Felsen verändert. Schichtenweise angeordnete geologische Formationen erzählen von den Naturkräften, die einst diese Insel schufen. Der Felsspat glänzt in der Sonne. Auf der gegenüber liegenden Bergseite erblickt man die tapferen Aleppokiefern, die teilweise sogar noch in kleinen Waldformationen zusammen stehen.
Eine kleine Wegstrecke weiter erreichen wir Epanochori (ein oder zwei Tavernen, ein Supermarkt) und ab hier wirVegetation am Wegesrandd es wieder grün und grüner. Im nächsten Dorf mit Namen Prines erschlägt uns völlig unerwartet eine Betonfassaden.- und Mauerarchitektur in ausgelaugten Blutfarben, so das man sich unweigerlich fragt, welch Geist sich hier ausgetobt haben mag. Doch ist man schnell daran vorbei und ein kurvenreiches Bergab geleitet uns nach Tsiskiana. Hier und da erblicken wir neu angelegte Olivenhaine zwischen alt eingewachsenen Weinhängen auf weißem Boden. Es muss ein immer windiger Ort hier sein, denn die Aleppokiefern haben ihren windschiefen Wuchs der starken Hauptwindströmung angepasst. Sehr gut befahrbare neue Asphaltstrecken wechseln sich mit altem, noch tauglichem Straßenbelag ab. Durch die geöffneten Autofenster dringt das frische Bergaroma der Kiefern ins Wageninnere.
Kambanos – ab hier sind es nur noch 15 km bis nach Sougia. Beim Durchqueren dieses etwas größer anmutenden Dorfes frage ich mich dennoch, was für ein Leben das sein muss, hier so abgeschieden aufzuwachsen und ein Familienleben gestalten zu müssen. Da wird verständlich, dass der Zusammenhalt der Familie auf Kreta das Wichtigste ist und viel weiter oben rangiert als Leistung und andere Fähigkeiten. Kurven und Serpentinen nehmen kein Ende und häufig sieht man auf der anscheinend gegenüberliegenden Bergseite das Dorf, durch das man gerade hindurch gefahren ist.
Um Maralia herum sieht man große Flächen feuerverkohlter Berghänge, an denen sich erfreulicherweise bereits wieder die ersten grünen Stellen zeigen. Es ist mir unbegreiflich, wie dieses Dorf vom Feuer verschont blieb, denn hier muss eine unbeschreibliche Hitze geherrscht haben. Die verbrannten Bäume reichen zum Teil bis an den Strassenrand. Einige hohe Olivenbäume, die Tsounates, haben das Feuer unversehrt überstanden. Das nächste Dorf Agriles ist umgeben von unzähligen kleinen Thymiansträuchern. Imker haben hier ihre Wabenhäuser aufgestellt und sammeln den begehrten Honig. Kurz darauf stoßen wir auf eine Kreuzung, denn viele Wege führen nach Sougia. Wir biegen links ein und fahren die letzen 11 km, die relativ steil abfallen.
Hier weht beständig ein Wind (meist ein stärkerer) und daher kann kaum ein neuer Baum anwurzeln. Die meisten der alten Bäume sind Holzfällern und Feuern zum Opfer gefallen und die neuen Samen können nicht anwachsen, da der Wind einfach zu stark für die jungen Triebe ist. So blickt das Auge im August über weite Flächen goldgelben Gräser.- und Staudenbewuchs. Die umgebenden  Hänge lassen alten terassenförmig angelegten Feldbau erkennen, der, außer ein paar Olivenanpflanzungen, schon lange nicht mehr genutzt wird. Motorradfahrer aufgepasst, die Strasse hat hier fiese Schlaglöcher (2007). Als ich vor Jahren das erste Mal diese Tour mit dem Moped zurückgelegt hatte, ist mir schwindelig geworden ob der vielen engen und stark bergab fallenden Kurven, die zu einem flotten Tempo führen, wenn man nicht pausenlos abbremsen möchte.
Wir gelangen nach Moni und uns wird gewahr, dass die gegenüberliegenden Berge stark an Höhe gewonnen haben während wir uns beständig den Berg hinab schrauben. Am Hang gegenüber schneiden sich die Strassen in dünnen Linien durch das Bergmassiv des Omalos und zeigen an, dass auch dort bereits jedes Fleckchen Erde kultiviert wurde. Die am Ortsausgang stehende Ruine eines ehemals großen Hauses ist umgeben von hohen Olivenbäumen, deren silbergrün glänzende Blätter lautlos vom Wind bewegt werden. Zusammen mit dem frischen Hellgrün der gerade angewachsenen Kiefernsprößlinge ist der Anblick eine wahre Augenweide.
Das letzte Stück des Weges nach Sougia führt an einem ausgetrockneten Geröllflussbett entlang. Erfahrene Wandergruppen, die die Irini-Schlucht durchwanderten, haben sich hier her ein Taxi bestellt, um die letzten beschwerlichen und eher langweiligen Kilometer auf angenehmere Weise zurückzulegen. Auf der linken Straßenseite strahlt uns plötzlich in orangerot der Fortuna open air disco-club entgegen – der erste Vorbote von Sougia und zack – befinden wir uns eine Wegbiegung weiter wieder mitten in der Zivilisation. Eine geschwindigkeitsreduzierte Strasse mit quer über der Fahrbahn verlegten Stolperbalken führt uns direkt hinunter zum Meer. Wir sind angekommen und können einen angenehmen Aufenthalt an einem der schönsten Orte Kretas erleben.

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